Die Dampflok BR 01 gehört zur Bauart 2'C 1' h2 bzw. h3. Sie verfügt über 2 aufeinanderfolgende, in einem Drehgestell vereinigte, vom Hauptrahmen unabhängige Laufachsen, sowie 1 vom Hauptrahmen unabhängige Laufachse. Die Dampfart ist Heißdampf und die Maschinen besitzen 2 bzw. 3 Zylinder.

Mehr Wissenswertes

Die Dampflok BR 01 ist eine Schlepptenderlokomotive der Deutschen Reichsbahn. Die Maschinen wurden von zwei Zylinder angetrieben und wurden im schweren Schnellzugdienst eingesetzt. Die 01er Dampfloks sind die ersten Einheitsdampflokomotiven mit der Achsfolge 2’C1′, die in Serie gebaut wurden. Bedingt durch die Achsfolge werden Sie auch Pacific genannt. In den 1960er Jahren wurden einige 01er von der Deutschen Reichsbahn rekonstruiert. Diese Maschinen wurden in Folge der Rekonstruktion als Baureihe 01.5 eingereiht. In den 1930er Jahren wurden auf Basis der Zweizylindermaschinen, die Dreizylindermaschinen der Baureihe 01.10 entwickelt.

Details zur Dampflok BR 01


  • Hersteller: AEG, Borsig, Henschel, BMAG, Hohenzollern, Krupp
  • Gesamtlänge: 23.940 mm
  • Nummerierung: diverse
  • Gewicht: 108,9 t (01 001–101) 111,1 t (ab 01 102)
  • Baujahre: 1925-1938
  • Höchstgeschwindigkeit: 120/130km/h vorwärts, 50/80 km/h rückwärts
  • Ausmusterung: 1982
  • Brennstoffvorrat: 10,0t Steinkohle
  • Wasservorrat: 30.0/32.0/34.0 m³
  • Anzahl: 231 + 10 ehem. Baureihe 02
  • Leistung: 1648 kW (2240 PS)
  • Zugheizung: Dampf
  • Kesselüberdruck: 16 bar
  • Gattung: S 36 20
  • Bauart: 2'C1' h2
  • Tender: 2’2’ T 30/ 2’2’ T 32/34

Die Geschichte der Schnellzuglok Dampflok BR 01

Von 1926 bis 1938 wurden Insgesamt 231 Exemplare der Einheitslokomotive an die Deutsche Reichsbahn geliefert. Die Exemplare wurden von den Hauptherstellern AEG und Borsig, sowie von Henschel, Hohenzollern, Krupp und BMAG (ehem. Schwartzkopff) hergestellt. Die Dampflok BR 01 ist die bis dahin stärkste deutsche Lokomotivbauart, da sie eine Zughakenleistung von 1850 PSe bei 60 km/h besitzt. Die BR 01 war in Sachen Kohleverbrauch gleichauf mit der bayrischen S 3/6 und lag bei niedrigen 1,17 kg/PSe*h.

Bevor es zur Serienfertigung kam, wurden zunächst zehn Maschinen mit Zweizylindertriebwerk und zehn Maschinen der Schwester-Baureihe 02 mit Vierzylinderverbundtriebwerk gebaut. Diese wurden dann ausgiebigen Mess- und Erprobungsfahrten unterzogen. Die letztendliche Entscheidung viel zugunsten des Zweizylindertriebwerks, welche einfacher zu warten waren, aus. Allerdings standen sie hinsichtlich der Brennstoffverwertung und der Leistungsfähigkeit bei einigen Betriebszuständen etwas hinter den Vierzylinderverbundtriebwerk zurück. Des weiteren war die Konstruktion des Vierzylinderverbundtriebwerks fehlerhaft.

Die erste Lok der Baureihe 01, die dem Betriebsdienst übergeben wurde, war die im Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen erhaltene 01 008. Die Serienlieferung der BR 01 verzögerte sich zunächst etwas. Zum Einen gab es in den 1920er Jahren nicht ausreichend Strecken mit der notwendigen zurlässigen Achslast von 20 Tonnen und zum Anderen standen auch keine Drehscheiben mit ausreichend Durchmesser zur Verfügung. In den 1930er Jahren wurde die Baureihe 01 zur dominierenden Schnellzuglok. 1938 standen alle 231 Lokomotiven dieser Baureihe zur Verfügung. Durch den Umbau der Vierzylinderlokomotiven BR 02 in Zweizylindermaschinen kamen weitere zehn 01er (01 011, 01 233 – 241) dazu.

Anfang der 1930er Jahre wurde auf Grund der Achslasteinschränkungen auf vielen Strecken eine dritte Variante entwickelt. Die Baureihe 03 mit Zweizylindertriebwerk und einer Achslast von 18t kam auf 298 gebaute Exemplare. Ab 1939 ließ die Deutsche Reichbahn die Dreizylinderlokomotiven der Baureihe 01.10, die auf die Grundbaureihe basiert, fertigen. Diese Lokomotiven besitzen eine höhere Geschwindigkeit und wurden mit einer Stromlinienverkleidung versehen.

Der Vergleichsbetrieb der Baureihen 01 und 02 fand in den Bws Erfurt P, Hamm und Hof statt. In den 1930er Jahren konzentrierten sich die Einsätze der Dampflok BR 01 auf relativ wenige Strecken. Zu den Strecken gehörten, von Berlin ausgehend, die Anhalter Bahn, die Lehrter Bahn, sowie die Hamburger Bahn. Die Berliner Stadtbahnstrecke konnte erst mit der Dampflok BR 01 befahren werden, nachdem man die Viaduktbögen, in Folge einer Modernisierung, verstärkt hatte. Bis 1930 wurden 90 Maschinen in den Betriebswerken Essen, Nürnberg, Erfurt P, Berlin Ahb, Hamm, Magdeburg, Kassel, Hannover, Hamburg-Altona, Bebra und Offenburg stationiert. Ab 1931 folgten Frankfurt (M), Berlin Leb, Braunschweig, Berlin Pog, Schneidemühl, Königsberg, Göttingen P, Paderborn, Dresden Alt, Breslau, Köln Deutzerfeld, Hof und Halle P.

Die Höchstgeschwindigkeit war zunächst auf 120 km/h besschränkt. Ab der Lok mit der Betriebsnummer 01 102 wurde die Geschwindigkeit auf 130 km/h erhöht. Dies erreichte man durch die vergrößerung des Durchmessers der vorderen Laufräder von 850 Millimeter auf 1000 Millimeter und das verstärken der Bremsen. Erreicht wurde dies durch die beidseitige Anordung von Bremsklötzen auf den Kuppelradsätzen und Bremsung des Schleppradsatzes. Seid der Ablieferung der Dampflok BR 01 ab 01 077 erhielten die Loks Wagner-Windleitbleche. Hinter diesen Leitblechen waren in Rauchkammernischen die Luft- und Speisepumpen untergebracht. Bei den anderen Loks wurden die ursprünglichen Windleitbleche durch Wagner-Windleitbleche ersetzt. Dies erschwerte jedoch die Wartungsarbeiten. Aus diesem Grund wurden bei späteren Einheitsbaulokreihen die Pumpen ab Werk in der Mitte des Fahrzeugs untergebracht. Bei der Deutschen Bundesbahn wurden die Maschinen mit kleineren Witte-Windleitblechen ausgerüstet und die Pumpen in die Umlaufbleche in die Fahrzeugmitte verlegt. Die Deutsche Reichsbahn veränderte das Aussehen der Lokomotiven bis zum Schluss nur gering. So wurde die Gewichtsverteilung nicht geändert.

Ab der dritten Serie (01 077 ff.) wurden die Kessel mit verlängerten Rauchrohren und verkürzter Rauchkammer geliefert. Zudem verfügten alle Lokomotiven über einen Zentralverschluss der Rauchkammertür. Die ersten gebauten Exemplare der Dampflok BR 01 wurden mit Gasbeleuchtung ausgeliefert. Ab 01 010 gab es dann die elektrische Beleuchtung. Das dritte Spitzenlicht erhielten erst die letzten Lieferungen.

Die Lokomotivbaureihe 01 wurde mit Schlepptendern der Bauart 2’2 T 30, 2’2 T 32 oder 2’2 T 34 ausgeliefert. Der Brennstoffvorrat betrug 10 t und der Wasservorrat 30, 32 bzw. 34 Kubikmeter. Auf Grund der nicht genügend vorhandenen großen Drehscheiben, wurden die Vorserienloks 01 001 bis 01 010 zum Teil mit den kleinen Tendern 2’2 T 30 geliefert. Die Tender 2’2 T 30 wurden später nur noch bei Notwendigkeit verwendet, z.B. im Grenzverkehr mit den Niederlanden. Die Maschinen der zweiten Serie (01 012 ff.) wurden mit dem genieteten Tendern 2’2 T 32 ausgeliefert. In den Kriegsjahren und nach dem Zweiten Weltkrieg wurden fast ausschließlich die geschweißten Tender 2’2 T 34 verwendet. Sie kamen erst auf dem Tauschweg (häufig von fabrikneuen Lokomotiven der Baureihe 44) zur Baureihe 01 und verfügten über einen größeren Wasservorrat.

Bei der Deutschen Bundesbahn kamen 165 Exemplare der Baureihe 01 bis ins Jahr 1973 zum Einsatz. Im Betriebswerk Hof in Oberfranken waren ab Ender der 60er Jahre die letzten Exemplare beheimatet. Ihren Einsatz hatten diese Maschinen über die bekannte Steilstrecke „Schiefe Ebene“. Diese Einsätze erreichten während des zu Ende gehenden Dampflokbetriebes bei der Deutschen Bundesbahn Kultstatus bei vielen Eisenbahnfreunden. So wurde die „Schiefe Ebene“ zur Pilgerstätte für Fotografen und Dampflokenthusiasten aus aller Welt. Im Juni 1973 wurden die letzten acht betriebsfähigen Fahrzeuge, nach zahlreichen Abschiedsfahrten und in einer Parade vor dem Hofer Lokschuppen, außer Dienst gestellt.

Bei der Deuschen Reichsbahn war die Dampflok BR 01 noch bis Anfang der 1980er Jahre im Einsatz. Ihre Einsätze hatten die Schnellzugloks vor D-Zügen auf der Strecke Berlin-Dresden bis zum Herbst 1977. Erst mit der Indienststellung der sowjetischen Großdiesellokomotive Baureihe 132 (Ludmilla) konnten die inzwischen fast 50 Jahre alten Schnellzuglokomotiven schrittweise aus dem Plandienst genommen werden.

Eine Besonderheit stellt die Zulassung der betriebsfähigen Loks 01 118 und 01 150 dar. Sie besitzen eine höhere zugelassende Fahrgeschwindigkeit bei Fahrten mit Tender voraus. Hintergrund ist, dass geeignete Wendemöglichten mittels Drehscheibe oder ein Gleisdreick durch Rückbau nur noch wenig verbreitet sind. Die, durch technische Aufrüstung, sonderzugelassenen Exemplare dürfen vor Reisezügen mit dem Tender voraus 80 statt 50 km/h fahren.

Dampflok BR 01 - Die Umbauten

In den Jahren 1950 – 1951 wurden 5 Maschinen von der Deutschen Bundesbahn umgebaut. Dazu gehören die 01 042, 01 046, 01 112, 01 154 und 01 192. Bei den Umbauarbeiten wurden Henschel-Mischvorwärmer der Heinl und Turbospeisepumpen ergänzt. Weiterhin wurden Verbennungskammern in die Kessel eingebaut. Zum Abschluss der Umbaumaßnahmen, wurden die Wagner-Windleitbleche durch Witte-Bleche ausgetauscht. Die Witte-Bleche waren trotz ihrer kleineren Abmessungen genauso wirksam wie die Wagner-Windleitbleche. Vier der fünf Umbauloks blieben bis 1968 in Betrieb. Die fünfte bekam noch einen Neubaukessel.

Dampflok Baureihe 01 - Die Umbauten

Dampflok BR 01 - Erhaltene Lokomotiven

01 066 – Die älteste betriebsfähige Lokomotive ist die 1928 von BMAG gebaute 01 066. Sie war bis 1977 bei der Deutschen Reichsbahn (u.a. als 01 2066-7) im Dienst und diente bis 1989 als Heizlokomotive im VEB Waschmittelwerk Genthin in Nauen. Sie wurde nicht an die letzten Lieferserien angeglichen und behielt so ihre kleinen Drehgestellräder und den ursprünglichen Lastenausgleich. Die 01 066 wurde im Dampflokwerk Meinngen im Auftrag des Bayrischen Eisenbahnmuseums in Nördlingen komplettiert und im Sommer 1993 wieder in Dienst gestellt.

Baureihe 01 - Erhaltene Dampflokomotiven