Die Dampflok BR 86 gehört zur Bauart 1'D 1' h2. Sie verfügen über 1 vom Hauptrahmen unabhängige Laufachse, sowie 4 gekuppelte, im Hauptrahmen gelagerte Achsen und 1 hintere  im Hauptrahmen gelagerte Laufachse. Die Dampfart ist Heißdampf und die Maschinen besitzen 2 Zylinder.

Mehr Wissenswertes

Die gehörte zu den Einheits-Güterzuglokomotiven der Deutschen Reichsbahn (DR). Gebaut wurde die Dampflok im Zeitraum von 1928 bis 1943 von diversen Herstellen, wie z.B. MBG Karlsruhe, Linke-Hoffmann-Werke, Friedrich Krupp AG und weiteren. Insgesamt wurden 776 Maschinen hergestellt. Die größte Änderung bei den späteren Serienloks war schließlich der Verzicht auf die Riggenbach-Gegendruckbremse. Die Dampflok BR 86 wurde für den Einsatz auf den Nebenstrecken konzipiert. Eingesetzt wurde sie zunächst im Flachland. Darüber hinaus wurde sie nach dem Krieg auch vorrangig auf den Mittelgebirgsstrecken eingesetzt. Des weiteren wurde im Mai 1943 die letzte 86er geliefert und die Produktion zugunsten der 1E-Schlepptenderlokomotiven Baureihe 42 und Baureihe 52 eingestellt.

Details zur Dampflok BR 86


  • Hersteller: Henschel & Sohn u.a.
  • Gesamtlänge: 13820 mm
  • Nummerierung: diverse
  • Gewicht: 88,5 t
  • Baujahre: 1928 - 1943
  • Höchstgeschwindigkeit: 70-80 km/h
  • Ausmusterung: 1972 (ÖBB); 1974 (DB); 1976/1989 (DR)
  • Brennstoffvorrat: 4 t Steinkohle
  • Wasservorrat: 9.0 m³
  • Anzahl: 776
  • Leistung: 758 kW / 1030 PSi
  • Bremse: Einkammer-Druckluftbremse Bauart Knorr mit Zusatzbremse
  • Kesselüberdruck: 14 bar

Einsatzgebiete der Dampflok BR 86 nach Kriegsende

Nach Kriegsende verblieben viele Lokomotiven in den vier Besatzungszonen, der Tschechoslowakei, Österreich und Polen, sowie, durch Beschlagnahmung, in der Sowjetunion. Verschollen blieben schließlich die Baureihen 86 009 und 86 016. Auch auf dem Netz der Deutschen Bahn verblieben Maschinen und zwar 386. 8 von Ihnen wurden 1952 wegen Kriegsschäden ausgemustert. Die Meisten 86er Lokomotiven fanden in Nürnberg und Hof ihre neue Heimat. Wobei letzteres ein bekanntes 86er-Territorium war. 1974 wurde die letzte Dampflok BR 86 von der DB ausgemustert.

Bei der Deutschen Reichbahn war die Dampflok BR 86 hauptsächlich im Bw Aue stationiert und einige im Bw Heringsdorf. Die im Bw Heringsdorf beheimateten Maschinen bekamen wegen des fast ständig wehenden Seitenwindes Windleitbleche. 1973 wurden auch bei der Deutschen Reichbahn viele Loks ausgemustert. Im Mai 1988 wurde die Dampflok Baureihe 86 endgültig außer Dienst gestellt. 1989 gab es nochmals ein widersehen bei den Fahrten zum 100-jährigen Jubiläum der Strecke Schlettau-Crottendorf. Die 86 001 war mit ihren 60 Jahren Einsatzzeit, die Lok mit der längsten Einsatzdauer.

Heute befinden Sich keine 86er Maschinen mehr im Dienst. Es sind immer noch 13 Loks erhalten, wovon sich noch 9 in Deutschland befinden. Man findet sie vorrangig in Museen.

Erhaltene Lokomotiven Dampflok BR 86:

» 86 001 (SEM Chemnitz) – älteste Maschine dieser Baureihe
» 86 049 (VSE Schwarzenberg)
» 86 056 (ÖGEG)
» 86 240 als Tkt-16 in Polen
» 86 283 (DDM Neuenmarkt-Wirsberg)
» 86 333 (Eisenbahn Bau- und Betriebsgesellschaft Pressnitztalbahn) – betriebsfähig
» 86 346 (UEF Ettlingen)
» 86 348 (GES)
» 86 457 (DB Museum)
» 86 476 (ÖGEG)
» 86 501 (ÖGEG)
» 86 607 (VMD Leihgabe nach Adorf, ÜK)
» 86 744 (ÜK, Museum-Eisenbahn Minden)