Die Tenderlokomotiven BR 89 gehören zur Bauart 1'E 1' h2. Sie verfügen über 1 vom Hauptrahmen unabhängige Achse und 5 gekuppelte, im Hauptrahmen gelagerte Achsen, sowie 1 hintere vom Hauptrahmen unabhängige Laufachse. Die Dampfart ist Heißdampf und die Loks besitzen 2 Zylinder.

Mehr Wissenswertes

Die Dampflok BR 95 wurde von 1922 bis 1924 von den Herstellern Borsig und Hanomag gebaut. Bei der BR 95 handelt es sich um eine fünffachgekuppelte Tenderlokomotive mit der Achsfolge 1’E1′. Sie wurde ab Anfang 1923 von der DR für den Einsatz vor schweren Güterzügen auf steilen Hauptbahnen in Betrieb genommen. Da sie noch von der preußischen Staatsbahn entwickelt wurde, wird sie auch als preußische T 20 bezeichnet.

Die ersten 10 Maschinen wurden 1922 bei Borsig unter Chefkonstrukteur August Meier gebaut und Anfang 1923 als T 20 Magdeburg 9201-9210 geliefert. Die Fahrzeuge wurden zunächst unter den Betriebsnummern 77 001 bis 77 010 geführt, ehe sie später ihre Betriebsnummern 95 001 – 010 bekamen. Bis 1924 wurden 45 Stück der Dampflok BR 95 gebaut, die unter anderem auf den Bahnstrecken Sonneberg-Probstzella, die Spessartrampe, die Frankenwaldbahn, die Geislinger Steige, die Schiefe Ebene und der Rübelandbahn zum Einsatz kamen.

Details zur Dampflok BR 95


  • Hersteller: Borsig & Hanomag
  • Gesamtlänge: 15100 mm
  • Nummerierung: diverse
  • Gewicht: 28,9 - 31,9 t
  • Baujahre: 1922 - 1924
  • Höchstgeschwindigkeit: 65 km/h
  • Ausmusterung: 1958 (DB); 1981 (DR)
  • Brennstoffvorrat: 4 t Steinkohle
  • Wasservorrat: 12.0 m³
  • Anzahl: 45
  • Leistung: 1192 kW
  • Kesselüberdruck: 14 bar
  • Bremse: Knorr-Druckluftbremse; Riggenbach-Gegendruckbremse

Verbleib der BR 95 bei der DB und DR

Bei der DB waren 14 Stück in Betrieb. Sie galten, wegen der geringen Stückzahl, als Splittergattung. Bis 1953 wurden bei der DB 3 Maschinen ausgemustert von denen man Ersatzteile gewann. Stationiert waren die Loks in Aschaffenburg und sind als Schiebelok auf der Spessartrampe eingesetzt worden. Die letzten 11 Loks der Dampflok BR 95 sind der Elektrifizierung der Rampe zum Opfer gefallen und wurden im April 1958 ausgemustert.

31 Lokomotiven waren bei der Deutschen Reichsbahn in Betrieb. Zwischen 1966 und 1972 wurden 24 Stück auf Ölhauptfeuerung umgebaut, 10 weitere wurden neu bekesselt. Ab 1970 wurden die Ölbefeuerten 95er als Baureihe 95.00 und die Kohlebefeuerten als Baureihe 95.10 bezeichnet. Die letzten Lokomotiven waren auf der Strecke Eisfeld-Sonneberg im Einsatz und wurden erst im Jahre 1981 ausgemustert. Die Dampflokgattung war die stärkste von der DR beschaffte Tenderlok. Von der Dampflok BR 95 sind nur noch 5 Lokomotiven erhalten und befinden sich überwiegend in Museen.

Erhaltene Lokomotiven Dampflok BR 95:

» 95 009 im Bw Glauchau, als 95 0009-1 mit Ölbefeuerung
» 95 016 im Deutschen Dampflokomotiv-Museum Neuenmarkt-Wirsberg
» 95 020 im Technikmuseum Speyer (als 95 007 beschildert)
» 95 027 DB Museum, Einsatz auf der Rübelandbahn durch
Traditionsgemeinschaft 50 3708-0 e.V.
» 95 028 im Eisenbahnmuseum Bochum, mit Ölbefeuerung