Die Dampflok BR 58.30 gehört zur Bauart 1'E h3. Sie besitzt fünf gekuppelte Treibradsätze im Hauptrahmen mit einen vorn liegenden beweglichen Laufachsdrehgestell. Die Dampflok wird mit Heißdampf betrieben und hat 3 Zylinder.

Die Dampflok BR 58.30 ist eine Güterzuglok der Deutschen Reichsbahn in der DDR. Es handelt sich bei der Lok um eine im Rahmen des Rekonstruktionsprogramms gebauten Maschine der Gattung G 12 (Baureihe 58.2-5, 10-12). Im ehemaligen RAW Zwickau wurden zwischen 1958 und 1962 insgesamt 56 Lokomotiven verschieder Urprungsbahnen umgebaut.

Details zur Dampflok BR 58.30


  • Hersteller: RAW Zwickau
  • Gesamtlänge: 22080 mm
  • Nummerierung: 58 3001–58 3056
  • Gewicht: 97,2 t
  • Baujahre: 1958 - 1962
  • Höchstgeschwindigkeit: 70 km/h
  • Ausmusterung: 1981
  • Brennstoffvorrat: 10 t Steinkohle
  • Wasservorrat: 28.0 m³
  • Anzahl: 56
  • Leistung: 1188 kW / 1615 PSi
  • Tender: 2'2'T 28
  • Kesselüberdruck: 16 bar
  • Gattung: G56. 16
  • Bauart: 1'E h3

Die Geschichte der Dampflok BR 58.30

Um den Anfang der 1950er Jahre auftretenden Mangel an leistungsfähigen Güterzuglokomotiven mit 15 – 18 t Achsfahrmasse für die Mittelgebirgsstrecken zu minimieren, entschied man sich für den tweilweisen Neubau bzw. gleichkommenden Umbau der G 12. Der beabsichtigte Bau eines aus der Kriegslokomotive Baureihe 42 abgeleiteten Lokomotivtyps, konnte aufgrund mangelnder Stahlzustellung durch die Staatliche Plankommission nicht umgesetzt werden. Der vergebene Neubauauftrag an Skoda für 80 Maschinen der tschechischen Baureihe 556.0 wurde vom Autragnehmer nicht erfüllt. Letztendlich entschied man sich für die Rekonstruktion der Baureihe G 12. Es ergab sich ohnehin ein Instandsetzungsbedarf der G 12, da bereits ein fortgeschrittener Verschleiß der Kessel, Mittelzylinder und Kopfachswellen bestand.

Im Zuge der Rekonstruktion erhielten die Maschinen allerlei neuhergestellte Teile, wie geschweißte Führerhäuser, neu entwickelte Rekokessel mit Verbrennungskammer, Mischvorwärmeranlagen, Mittelzylinder in Schweißkonstruktion, Trofimoff-Schieber und Windleitbleche der Bauart Witte. Der verbaute Rekokessel ist ein mit geringen Modifikationen übernommener Kessel der 50E. Dieser wurde ebenfalls in den Baureihen 50.35, 52.80, sowie der Neubaulok BR 23.10 verbaut. Wegen der längeren Kessel, mussten die Baurahmen verlängert werden und bekamen vorne ein Blechrahmenstück vorgeschuht. Der Gesamtradstand der Lokomotive vergrößerte sich, aufgrund des größeren Abstandes um 300 mm zwischen Laufradsatz und dem ersten Kuppelradsatz, von 8500 auf 8800 mm. Dadaurch konnte man die Höchstgeschwindigkeit von 65 km/h auf 70 km/h erhöhen. Des Weiteren konnte eine verschleißträchtige Schwachstelle der alten G 12, der Steuerungsantrieb der Mittelzylinder, beseitigt werden. Man erstetzte diesen durch eine Gegnkurbel, welche auf den fünften Kuppelradsatz sitzt und über eine zweite Schwingstange, sowie eine Welle, die innere Schwinge antrieb.

Nach der Rekonstruktion erhielt die Dampflok BR 58.30, durch die zahlreichen Neuerungen, ein völlig neues markantes Gesicht. Die Neukonstruierte Lokomotive war leistungsfähiger, sparsamer und schneller. Die Baureihe G 12 verbrauchte bei einer Fahrt an der Kesselgrenze 2.72 t Kohle pro Stunde. Die 58.30 hingegen nur 2,2 t pro Stunde. Die Ursprungsmaschine konnte in der Ebene, bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h, 1810 t schleppen. Die Dampflok BR 58.30 konnte bei gleicher Geschwindigkeit 2400 t schleppen. Im Flachland konnte die Reko-G 12 damit das Niveau der DR-Baureihe 44 erreichen, welche ebenfalls 2400 t bei 50km/h in der Ebene bewältigte.

Die Dampflok BR 58.30 war die teuerste Lokomotive, wegen Ihrer aufwendigen Moderniesierung. Die Rekonstruktionskosten beliefen sich immerhin auf insgesamt 434.000 Mark. Eine Neubaulok der Baureihe 50.40 hatte im Vergleich einen Kalkulationspreis von 466.000 Mark.

Bei der Dampflok BR 58.30 herrschte längere Zeit eine großer Tendermangel, der auf die Nichtlieferung der Neubautender aus diversen Gründen zurückzuführen ist. Die ursprünglichen Tender pr T 20 / sä 3 T 21 durften nicht verwendet werden, sodass die 58.30 mit fast allen verfügbaren Formen der vierachsigen Schlepptender gekuppelt wurde. So wurde die Dampflok BR 58.30 beispielweise mit dem Einheitstender 2’2’T 34, dem preussichen 2’2’T 31,5, sowie dem Wannentender 2’2’T 30 gekuppelt, wie auf existierenden Fotografin erkennbar.

Das größere Leistungsvermögen der BR 58.30 wurde im Betrieb dakend angenommen und genutzt. Es stellte sich aber heraus, das durch die Triebwerke und der Rahmen aus den Ursprungsmaschinen nicht auf eine derart hohe Dauerbelastung ausgelegt waren, sodass ein hoher Unterhaltungsaufwand erforderlich war. Deshalb durften ab 1976 an den Maschinen nur noch Auslauf-Ausbesserungen (Schadgruppe L5) durchgeführt werden.

Die Lokomotiven waren vorwiegend in Sachsen und Thüringen beheimatet. Unter anderem in den Bahnbetriebswerken, Aue, Döbeln, Dresden-Friedrichstadt, Gera, Gotha und Saalfeld. Die lezten Exemplare waren in Glauchau stationiert. Am 12. Februar 1981, wurde mit der Abstellung der 58 3028 und 58 3032 in Glauchau, der offizielle Einsatz der Dampflok BR 58.30 beendet.

Lediglich 2 Lokomotiven (preußischem Ursprung) sind als nicht betriebsfähig erhalten geblieben. Die 1961 als 58 1955 (ERFURT 5672), (LHB Breslau 1920) rekostruierte 58 3047 wird heute von der Interessengemeinschaft in Glauchau betreut. Der Verein Sächsischer Eisenbahnfreunde beherbergt und unterhält in Schwarzeberg, die aus 58 1725 (KÖLN 5617), (Hannoversche Maschinenbau AG Hannover 1920) entstandene 58 3049. Erstere ist mit dem Neubautender 2’2’T 28, letztere mit dem Umbautender 2’2’T 32, der Gattung Preußische P 10, gekuppelt.