Die E-Lok BR 101 gehört zum Bautyp mit der Achsformel Bo'Bo'. Bei der Achsformel Bo'Bo' sind je zwei einzeln angetriebene Achsen in zwei verschiedenen Rahmendrehgestellen verbaut.

Mehr Wissenswertes

Die von der Deutschen Bahn AG in Betrieb genommene Elektrolokomotive der Baureihe 101 gilt bis heute als bewährte Alltagslokomotive im deutschen Fernverkehr. Durch die Firma Adtranz wurde die bisherige Baureihe 103 durch den Neuzuwachs der DB ersetzt.

Details zur E-Lok Br 101


  • Hersteller:Adtranz
  • Gesamtlänge: 19.100 mm
  • Nummerierung: 101 001–145
  • Gewicht: 84,0 t
  • Baujahre: 1996–1999
  • Höchstgeschwindigkeit: 220 km/h (200 km/h in Österreich)
  • Anzahl: 145
  • Leistung: 6400 kW
  • Anfahrzugkraft: 300 kN
  • Bremse: mechanische Bremse, Scheibenbremse auf Hohlwelle
  • Zugsicherung: Sifa, LZB 80 mit PZB 90, ETCS

Die E-Lok BR 101 und ihre Geschichte

Bereits zum Beginn der 90er Jahre fiel der Verschleiß der bisher im schnellen und schweren Intercity-Dienst verwendeten E-Loks der Baureihe 103 auf. Aufgrund der hohen jährlichen Laufleistung von circa 350.000 Kilometern solch einer Lok, traten schon sehr früh Verschleißerscheinungen und Schäden am Schaltwerk sowie den Fahrmotoren und Drehgestellrahmen auf. Zu diesem Zeitpunkt waren 145 dieser Lok-Modelle im Dienst, die nun zwingend ersetzt werden mussten. Nun war es an der deutschen Bahnindustrie Prototypen und Vorschläge für neue Hochleistungslokomotiven zu entwerfen. Auf die Forderung der DB präsentierten Siemens und Krauss-Maffei, AEG Schienenfahrzeugtechnik als auch ABB Henschel ihre Vorschläge und Konzepte. Letztendlich wurde der Auftrag für die Baureihe 101 von DB an die Firma ABB Henschel vergeben. Auch für den schnellen Güterzugdienst sollten die 101er Modelle ausgestattet sein.

1994 war es dann endlich soweit. Mit der Nummer 101 003 ging die erste Lokomotive vom Band. Eine Besonderheit ist, dass die ersten 3 Modelle ihrer Baureihe in einem orientroten Farbton produziert wurden. Erst die Folgemodelle wurden im uns bekannten „Verkehrsrot“ angefertigt. Ebenfalls interessant ist der Fakt, dass aufgrund der späteren Fusion von ABB Henschel und AEG Schienenfahrzeugtechnik, wurden bestimmte Teilelemente der Lokomotive an zwei unterschiedlichen Standorten gefertigt wurden. Von der E-Lok BR 101 wurden bis 1999 145 dieser Exemplare angefertigt.

Eine falsch eingeschätzte Dimensionierung der Antriebstechnik führte letztendlich Anfang 2003 zum technischen Ausfall zahlreicher Fahrzeuge der Baureihe 101. Die Baureihen 103 und 120 mussten schließlich die ausgefallenen Fahrzeuge ersetzen.

Der Lokkasten der E-Lok Br 101 – Simpel aber effizient

Bei dem Lokkasten-Design der E-Lok BR 101 musste ein optimales Verhältnis von Kostenaufwand und Effizienz gefunden werden. Dies gelang mit Hilfe einer breiten, jedoch leicht abgeschrägten Front. Somit konnte ein windschnittiger und kostengünstiger Entwurf entstehen.

Innovationen

2009 installierte man Versuchsweise eine neuartige LED-Technik in einige der E-Lok BR 101. Darauf basierend folgte eine LED-Variante von Fernscheinwerfern, welches in der Schienenfahrzeugtechnik eine Weltneuheit darstellte.

Noch heute unterwegs!

Bis Ende des Jahres 1997 wurden bereits 60 Fahrzeuge der Modellreihe 101 als Ersatz für die Modellreihe 103 in Betrieb genommen. Die Gesamtproduktion wurde 1999 mit der letzten Lok – im Henschel-Werk in Kassel – abgestellt. Die 101er Reihe ist sowohl als Güterzug sowie auch im Regionalverkehr im Einsatz.