Die Dampflok BR 78 gehört zur Bauart 2'C2' h2t und verfügt über drei gekuppelte Treibradsätze im Hauptrahmen und mit jeweils einem beweglichen 2-Achs-Laufdrehgestell vorn und einem 2-Achs-Laufdrehgestell hinten. Die Dampfart ist Heißdampf und sie verfügt über 2 Zylinder, sowie Trockendampf.

Die Baureihe 78, oder auch Preußische T 18, war die letzte für die Preußischen Staatsbahnen erwickelte Tenderlokomotive.

Details zur Dampflok BR 78


  • Hersteller: Vulcan, Henschel, Hanomag, Franco-Beige
  • Gesamtlänge: 14800 mm
  • Nummerierung: DR 78 001–330, 78 351–528
  • Gewicht: 105,0 t
  • Baujahre: 1912 - 1927
  • Höchstgeschwindigkeit: 90 km/h (bis 78 009) 100 km/h (ab 78 010)
  • Ausmusterung: 1972 (DR); 1974 (DB)
  • Brennstoffvorrat: 4.5 t Steinkohle
  • Wasservorrat: 12.0 m³
  • Anzahl: 542
  • Leistung: 838 kW / 1140 PSi
  • Bremse: Druckluftbremse
  • Kesselüberdruck: 12 bar

Beschaffung der Dampflok BR 78

Der Grund für die Beschaffung der Dampflok BR 78 war, dass die auf Rügen eingesetzte T 12 und die im Raum Mainz stationierte T 10 den Anforderungen nicht mehr genügten. Leistung, Achslast und Höchsgeschwindigkeit des neuen Loktyps BR 78, sollten in etwa der P 8 (BR 38) entsprechen. 1911 erfolgten Konzeptionen mit der Maßgabe, dass diese Loks ohne drehen auf der Drehscheibe an den Enstationen Schnell- und Personenzüge im Pendelverkehr auf kürzeren und grenznahen Strecken befördern zu können. Da es einerzeit keine vorwärts wie rückwärts schnellfahrende Lokomotiven existierten, entschloss sich der preußische Ausschuss für Lokomotiven zur Anschaffung einer Tenderlokomotive mit der Symmetrischen Achsfolge 2’C2′. Die BR 78 wurde von den Stettiner Vilcan-Werken entwickelt und baute auch die meisten Exemplare.

Für deutsche Eisenbahnen wurden von 1912 bis 1927 534 Fahrzeuge, hauptsächlich von der Stettiner Maschinenbau AG Vulcan und ab 1923 von Henschel, sowie ab 1925 von Hanomag und Franco-Beige gebaut. 458 Maschinen gingen an die Preußischen Staatsbahnen bzw. an die Deutsche Reichsbahn, 1919 erhielten die Württembergischen Staats-Eisenbahnen 20 Exemplare und die Reichsbahnen in Elsaß-Lothringen erhielten 27 Lokomotiven und wurden als T18 8401 bis 8427 eingereiht.

Die Eisenbahnen des Staatsgebietes beschafften von 1922 bis 1925 27 neue Exemplare der Baureihe 78. Zwei Exemplare, die auch die letzten T18 wurden, wurden für die Eutin-Lübecker Eisenbahn gebaut, die in einigen Punkten vom Musterblatt XIV-4d abwichen und verschiedenen Anordnungen der Dome und Sandkästen aufwiesen.

Nach dem Ende des 1. Weltkrieges gingen 19 Lokomotiven an die Bahnen des Staatsgebietes. Zwei verblieben in Belgien. Die Recihbahn überbahm 460 BR 78 aus Preußen und 20 von den Württembergischen Staats-Eisenbahnen mit den Betriebsnummern 78 001-282 und 78 351-528. Die 78 093 stammste aus Elsaß-Lothringen und die 78 146-165 aus Württemberg. Später reihte die DR die ehmaligen preußischen Maschinen der Saar-Eisenbahnen als 78 283-301 und deren Neubauten als 78 302-328 ein. Die Dampfloks BR 55 der Eutin-Lübecker Eisenbahn wurden zu 78 329 und 330 umgezeichnet.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges verblieben 19 Loks in Polen die von PKP unter der Bezeichnung Oko1 eingereiht wurden. Die letzten schieden 1975 aus dem Dienst.

Dampflok BR 78 - Einsatz bei der Deutschen Bundesbahn

Die Deutsche Bundesbahn übernahm 424 Loks und Die Deutsche Reichsbahn 53. 1965 stattete die DR eine große Zahl ihrer Fahrzeuge mit dem Giesl-Schornsteinen aus und Witte-Windleitblechen aus. 1968 waren nur noch 35 Dampflok BR 78 im Bestand der DR. Bei der Deutschen Bundesbahn wurden 1968 die Lokomotiven zur Baureihe 078 umgezeichnet. Aufch die DR zeichnete die Loks im Jahre 1970 zur Baureihe 78 um.

Die Deutsche Bundesbahn baute mehrere Dampfloks der Baureihe 78 für den Wendezugverkehr auf kürzeren Pendelstrecken um (S-Bahn-Vorlaufbetrieb). Die Letzten BR 78 wurden bei der DB Mitt der 70er Jahre im Bw Rottweil ausgemustert. Eine Abschiedsfahrt erfolgte mit der BR 38 (P 8) am 31. Dezember 1974.

Mehrere Dampflok BR 78 sind museal erhalten:

» 78 009 gehört zum Bestand des Verkehrsmuseums Dresden und wird dort von der IG Bahnbetriebswerk Dresden-Altstadt betreut.
» 78 189 gehört als OKo 1-3 zum Bestand des Warschauer Eisenbahnmuseums.
» 78 192 ist als Privateigentum im Dampflokmuseum Tuttlingen befindlich
» 78 246 war als Leihgabe im Deutschen Dampflokomotiv-Museum unzugänglich abgestellt. Sie wird seit Januar 2018 in Rottweil beim EFZ e.V. betriebstauglich aufgearbeitet.
» 78 468 (Bilder) gehört dem Förderverein Eisenbahn-Tradition und wird auch von diesem betrieben. Lengerich (Westfalen).
» 78 510 gehört zum Bestand des DB-Museums.
» türkische 37.05 steht als Museumslok im Eisenbahnmuseum Çamlık in der Nähe von Izmir.