Die Dampflok BR 99 (Sächsische IV K) gehört zur Bauart B'B' n4v und verfügt über je zwei miteinander gekuppelte Treibachsen in zwei verschiedenen Rahmendrehgestellen. Die Lok ist eine Nassdampf-Vierzylinder-Verbund-Lokomotive.

Als Sächsische IV K (Dampflok BR 99) wurde eine vierachsige Schmalspurdampflokomotive der Königlich Sächsischen Staatseisenbahn ab 1900 bezeichnet. Die Spurweite dieser Lok beträgt 750 mm. Bei der Sächsischen IV K handelt es sich um die meistgebaute, insgesamt 96 Exemplare, Schmalspurdampflok für eine Staatseisenbahn in Deutschland. Ab 1925 ordenete die DR die Loks der Baureihe 99.51-60 zu.

Details zur Dampflok BR 99 (Sächsische IV K)


  • Hersteller: Sächsische Maschinenfabrik Chemnitz
  • Gesamtlänge: 9000 mm
  • Nummerierung: 99.51–60
  • Gewicht: 26,8–29,3 t
  • Baujahre: 1892 - 1921
  • Spurweite: 750 mm
  • Höchstgeschwindigkeit: 30 km/h
  • Brennstoffvorrat: 0,85 t / 1,02 t Steinkohle
  • Wasservorrat: 2.4 m³
  • Anzahl: 96
  • Leistung: 154 kW / 210 PSi
  • Bremse: Saugluftbremse
  • Kesselüberdruck: 12/14/15 bar

Geschichte und Einsatz der Dampflok BR 99 (Sächsische IV K)

Infolge des stetig wachsenden Verkehrsaufkommens auf den sächsischen Schmalspurbahnen, und den damit nicht mehr ausreichenden Leistungen bisheriger eingesetzter Baureihen, entwickelte die Sächsische Maschinenfabrik eine Lokomotive mit vier angetriebenen Achsen und einem größeren Kessel. Die Sächsische IV K (Dampflok BR 99) enthielt zwei Triebdrehgestelle, um das befahren krümmungsreicher Strecken zu ermöglichen. Insgesamt wurden zwischen 1892 und 1921 96 Lokomotiven mit den Bahnnummern 103 bis 198 in Dienst gestellt. Alle 96 Loks erhielten zunächst die Gattungsbezeichnung H M T K V, welche sie als Lokomotiven des Herstellers Hartmann (H), der Bauart Meyer (M), Tenderlok (T), mit 750 mm Spurweite (K) und Verbundtriebwerk (V) kennzeichnete. Später, ab 1896, wurden sie als K IV und ab 1900 als IV K bezeichnet, wobei das K für „Kleinspur“ steht. Ihren Einsatz hatte die Sächsische IV K (Dampflok BR 99) im Personen- und Güterzugverkehr.

Nach dem 1. Weltkrieg mussten 5 Exemplare abgeschrieben werden und 1918 ging eine der Loks nach Serbien, wo sie nach Kriegsende verblieb. Die vier anderen hatten Ihren Einsatz für die Heeresbahnen die dann in Siebenbürgen verblieben, wovon drei während des 2. Weltkrieges in ungarisches Eigentum gelangten. Alle während des Ersten Weltkrieges eingesetzten Maschinen im Baltikum, kehrten vor Kriegsende nach Sachsen zurück.

1920 übernahm die Deutsche Reichsbahn die 90 in Sachsen verbliebenen Loks. 1925 erhielten die Loks die Nummern 99 511-546, 99 551-558, 99 561-579 und 99 581-608. Im Jahr 1919 wurden 15 fünfachsige Heeresfeldbahnloks erworden, die als sächsische Gattung IV K eingereiht wurden. Deren Nachbauten mit den Nummern 99.67-71 und die Einheitslokomotiven der 99.73-76 wurden in den 1930er Jahren ausgemustert. Bis 1939 wurden weitere 18 Maschinen aus dem Bestand gestrichen und während des Zweiten Weltkrieges gingen nochmals zwölf bei Kriegseinsätzen verloren.

Nach dem 2. Weltkrieg verblieben 2 Loks bei der CSD, vier wurden als Reperationsgut von der sowjetischen Besatzungsmacht beschlagnahmt. Bei der Deutschen Reichsbahn verbleben 57 betriebsfähige Loks im Bestand. Neun Lokomotiven kamen zu Rügenschen Kleinbahn und zu den ehemaligen Prignitzer Kreiskleinbahnen, wo Sie mit Knorr-Bremsen ausgestattet wurden. In diesem Zusammenhang erhielten sie auch einen auffälligen Druckluftbehälter auf dem Kessel. Die Sächsische IV K (Dampflok BR 99) hatte ihren Einsatz auf allen sächsischen Schmalspurstrecken und in den 1980er Jahren auf den Strecken Wolkenstein-Jöhstadt, sowie Oschatz-Mügeln-Kemmlitz.

Ab 1932 wurden 30 Sächsische IV K (Dampflok BR 99) teils umfangreichen Erneuerungen unterzogen. Mehrere Lokomotiven erhielten neue geschweißte Kessel, bis 1967 aber insgesamt 23 Lokomotiven auch neue Rahmen, Drehgestelle und Zylinder. Die komplett neu gebauten IV K erkennt man an der eckigen Rahmenführung unter dem Führerhaus. Die letzten nicht erneuerten Dampfloks schieden bis 1973 aus dem Dienst. Die noch weitestgehend originalen Loks 99 535 (Verkehrsmuseum Dresden), 99 579 (Museum Rittersgrün), 99 581 (in Kirchberg geplantes Museum) und 99 604 (DGEG, heute SSB Radebeul) wurden als museale Erhaltung sichergestellt. Die Lok 99 581 wurde im Juni 1983 in Kirchberg verschrottet. Die Ausmusterung der generalreparierten und großteilerneuerten Loks begann Anfang der 1970er Jahre. Mitte 1991 befanden sich immerhin noch 13 Sächsische IV K im Bestand der DR. Im Zuge des Zusammenschlusses der DR und DB, sollten diese Loks ab dem 1. Januar 1992 die neuen Betriebsnummern 099 701 bis 099 713 erhalten. Zwei Loks wurden 1991 an die Museumsbahn Jöhstadt-Steinbach verkauft und die Lok 99 562 wurde schadhaft abgestellt. So wurden nur noch 10 Exemplare mit den neuen Nummern versehen. Weitere Loks schieden 1992/93 durch den Verkauf an die Döllnitzbahn GmbH aus. Am 01. Januar 1994 gelangten mehrere Lokomtiven zur Deutschen Bahn AG, wurde jedoch nie planmäßig eingesetzt.

Erhaltene Lokomotiven Dampflok BR 99 (Sächsische IV K):

» 99 516 Museumsbahn Schönheide
» 99 534 Denkmallokomotive in Geyer
» 99 535 Verkehrsmuseum Dresden
» 99 539 (099 701-51) Traditionsbahn Radebeul
» 99 542 (099 702-31) Preßnitztalbahn
» 99 555 SOEG, Eigentum Interessenverband der Zittauer Schmalspurbahnen e.V.
» 99 561 (099 703-11) Förderverein Wilder Robert
» 99 562 (099 704-91) Deutsches Dampflokomotiv-Museum, Neuenmarkt-Wirsberg
» 99 564 (099 705-61) Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft
» 99 566 Sächsisches Eisenbahnmuseum, Chemnitz
» 99 568 IG Preßnitztalbahn
» 99 574 (099 707-21) Döllnitzbahn (Herbst 2018 abgestellt)
» 99 579 Schmalspurbahnmuseum Rittersgrün
» 99 582 (099 708-01) Museumsbahn Schönheide
» 99 584 (099 709-81) Döllnitzbahn (seit August 2018 wieder betriebsfähig)
» 99 585 (099 710-61) Museumsbahn Schönheide
» 99 586 (099 711-41) Traditionsbahn Radebeul
» 99 590 IG Preßnitztalbahn
» 99 594 IG Preßnitztalbahn, derzeit (Stand: August 2018) in Meiningen zur Hauptuntersuchung
» 99 604 Stiftung Sächsische Schmalspurbahnen (ex Verein zur Förderung Sächsischer Schmalspurbahnen e.V.) (Schmalspurbahnmuseum Radebeul)
» 99 606 (099 712-21) Stiftung Sächsische Schmalspurbahnen (ex Verein zur Förderung Sächsischer Schmalspurbahnen e.V.) (Stand 2018: hinterstellt im historischen Güterboden in Radebeul Ost)
» 99 608 (099 713-01) Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft

1 Dienstnummer bei der DB