Die E-Lok BR 103 gehört zum Bautyp mit der Achsformel Co'Co'. Bei der Achsformel Co'Co' sind je drei einzeln angetriebene Achsen in zwei verschiedenen Rahmendrehgestellen verbaut.

Mehr Wissenswertes

Die Baureihe 103 wurde im Zusammenhang mit der Rekonstruktion des im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigten Eisenbahnnetzes und der beginnenden Elektrifizierung des Schienennetzes in der damaligen Bundesrepublik entwickelt. Um die Geschwindigkeit der Züge bis auf 160 km/h und mehr steigern zu können, waren Entwicklungen, wie die E-Lok BR 103, erforderlich geworden. Der Entwurf der Baureihe 103 wurde in den 1960er Jahren von Krupp und AEG eingereicht. Er beinhaltete ein 19 t schweres Fahrzeug von einer Länge von 19.500 mm, das von 6 Fahrmotoren angetrieben wurde und Höchstgeschwindigkeiten von 200 km/h erreichen sollte. Die erste E-Lok BR 103 wurde im Jahre 1965 in Kassel an die Deutsche Bundesbahn übergeben. Von der Vorserie wurden insgesamt 4, von der Hauptserie 145 Exemplare fertig gestellt und übergeben. Die BR 103 bewährte sich als schwere 6-achsige Lokomotive im Reisezugverkehr der Deutschen Bundesbahn und genoss über viele Jahre, neben der Diesellokomotive der Baureihe V 200, den Ruf eines Flaggschiffes der Deutschen Bundesbahn. Bis heute gilt die E-Lok BR 103 als weltweit stärkste einteilige Lokomotive und als leistungsstärkstes Fahrzeug, das je im deutschen Linienbetrieb im Einsatz war.

Details zur E-Lok BR 103


  • Hersteller mech. Teil:Henschel-Werke, Krauss-Maffei, Krupp
  • Hersteller elektr. Teil:AEG, BBC, Siemens
  • Gesamtlänge: 19.500 mm, später 20.200 mm
  • Nummerierung: diverse
  • Gewicht: 114,0 t
  • Baujahre: 1996–1999
  • Ausmusterung: 1986–1997
  • Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h
  • Anzahl: 145
  • Leistung: 7440 kW
  • Anfahrzugkraft: 312 kN
  • Bremse: Druckluftbremse KE-GPR elektrische Bremse
  • Zugsicherung: PZB, Sifa, LZB

Die E-Lok BR 103 - Ausmusterung und Verbleib

Ab 1997 musterte die Deutsche Bahn AG sukzessive 103 der im Dienst befindlichen Exemplare der Baureihe als verschlissen aus und ersetzte sie durch Fahrzeuge der neuen Baureihe 101. Im Jahre 2003 wurde schließlich offiziell die Stilllegung aller verbliebenen Fahrzeuge der Baureihe angeordnet. Bis heute werden allerdings 4 Lokomotiven der Baureihe 103 als sogenannte Einsatzreserve fahrbereit gehalten, um Sonderzüge, Überführungen oder auch Planzüge bewegen zu können. Diese Fahrzeuge der Einsatzreserve tragen die Kennungen 103 113-7, 103 235-8, 103 226-6 und 103 245-7. Sie befinden sich an verschiedenen Standorten im Bundesgebiet. Weitere 12 Exemplare sind stillgelegt und in einem musealen Zustand erhalten geblieben. Die Fahrzeuge verfügten über eine Dienstmasse von bis zu 114 t.